AHV
Die 13. AHV-Rente wird erstmals im Dezember 2026 ausbezahlt. Erfahrungen mit dem 13. Monatslohn zeigen: Ein Teil der ungewohnt hohen Auszahlung in einem Monat fliesst in zielgerichteten Konsum, die Sparquote steigt jedoch insgesamt. Höhere Ersparnisse wirken dämpfend auf das Zinsniveau.
Bitcoin
Bitcoin ist eine Option auf Technologie und Weltordnung. Optionen schwanken stark, können theoretisch auf null fallen, da kein intrinsischer Wert existiert. Ein vollständiger Wertzerfall ist unwahrscheinlich, solange die Abkehr vom USD von vielen Akteuren aktiv gesucht wird.
Crypto / Stablecoins
Stablecoins sind faktisch US-Staatsschulden auf einer Blockchain. Für Länder ohne stabile Währung oder funktionierende Banken attraktiv: Zugang zu US-Treasuries für alle mit Internet. Für Anleger bleibt es eine USD-Schuldenanlage zu einem meist ungünstigen Preis. Politisch gefördert von Trump, weil Schuldenkäufer gesucht sind.
Donald Trump
Donald Trump bleibt nicht nur Präsident der USA, sondern auch der beste Ökonom der Welt. Sieht als einziger den Boom in den USA. Und diesen ohne Inflationsgefahr.
Eigenmietwert
Bis zur Abschaffung bleiben Investitionen abzugsfähig. Das führt zu höheren Einlagen in Erneuerungsfonds und Vorzieheffekten. Die Bauwirtschaft wird stimuliert, ein Teil der Zusatznachfrage schlägt wegen Kapazitätsgrenzen in Preise um.
FIFA / Friedenspreis
Lizenz-Einnahmen aus FIFA-Anlässen zählen als Dienstleistungsexporte und sind fürs Schweizer BIP somit relevant. Da Mittel wieder ins Ausland abfliessen, ist der gesamtwirtschaftliche Effekt begrenzt. Das BIP wird deshalb um Sportevents bereinigt ausgewiesen.
Gold
Eine der langlebigsten Blasen. Sie hält mangels glaubwürdiger USD-Alternativen an. Der Mocca-Tassen-Effekt greift auf Silber über.
Höchststände an Aktienmärkten
Die Aktien sind gestiegen dank höheren Erwartungen, Nachholeffekten bei Gewinnen und fallenden Zinsen. Die Luft wird dünner. Aber: Märkte sterben nicht an Altersschwäche, sondern an veränderten Rahmenbedingungen.
Inflation
Hierzulande 2026 nur unwesentlich höher als 2025, nahe null. Das stützt die reale Kaufkraft. Deflation in China und nachfragebedingt fallender Preisdruck in Europa. USA-Inflation bleibt derweilen über dem Zielwert, trotz schwachem Arbeitsmarkt.
Jerome Powell
Jerome Powell tritt ab. Nachfolger wird ein Trump-Günstling, voraussichtlich Kevin Hassett. Die Unabhängigkeit der Fed ist damit offen nicht mehr gewünscht – wobei fraglich bleibt, ob sie je vollständig existierte. Die Debatte darüber ist episch. Die Finanzmärkte zum Glück ein starkes Korrektiv: Auch Hassett kann Daten nicht ignorieren. Steigt die Inflation tatsächlich, wird er reagieren müssen. Zudem lässt sich mit Inflation keine Wahlen gewinnen – das weiss selbst Donald Trump.
Das eigentliche Risiko liegt weniger bei der Inflation als bei der Finanzstabilität. Die entscheidenden Fragen sind: Würde Hassett gegen die Interessen Trumps oder von Unternehmen aus dessen Umfelds handeln, um die Finanzstabilität zu sichern? Wie geht er mit der Vermischung von Stablecoins, Krypto-Märkten und Eigeninteressen der Trump Entourage um? Und wie anfällig ist er für Gimmicks wie eine Neubewertung der Goldreserven durch das United States Department of the Treasury und die Fed?
KI
Neben Gold die derzeit wohl grösste Blase. Sicher ist: Die Technologie wird bleiben. Doch nicht alle Unternehmen und kaum alle zu diesen Bewertungen. Der Markt ähnelt einem „winner-takes-most“-Modell. Dieses bevorteilt Grösse, weshalb die USA und China dominierend bleiben.
Langsameres Staatsausgabenwachstum
Gemäss unseren Analysen ist ein tieferes Ausgabenwachstum wirtschaftlich besser als Steuererhöhungen. Die «Spardebatte» dauert 2026 an.
Mieten
Steigen weiter. Die Nr. 1 Sorge vieler Haushalte. Entsprechend politisch und medial dominant. Ökonomisch gibt es eine Lösung: Mehr Angebot.
Nationalbank
Die SNB hält die Zinsen bei null. Negativzinsen erst bei klar negativer Teuerung, stark sinkenden EZB-Zinsen oder markanter CHF-Aufwertung.
Ölpreis
Gemäss unseren Prognosen auch 2026 leicht sinkend. Ebenso die Strompreise hierzulande. In den USA steigen letztere regional stark an: KI braucht Energie und 24/7-Netzkapazitäten. Der Ressourcenwettbewerb 2.0.
Putin
Macht zumindest die EU etwas grösser (oder weniger klein). Ob Europa die Krise nutzt? Potential wäre vorhanden.
Quantitative Machtverschiebungen
Technologische Entkopplung und sicherheitspolitische Blockbildung verdichten sich zu einem klaren Befund: Die Weltordnung organisiert sich zunehmend bipolar entlang der Achse USA–China.
Regulierung
Thema des Jahres. Ungewohnte Einigkeit, dass effiziente Deregulierung Wachstum freisetzt. Die Umsetzung entscheidet.
Staatsschulden
Global weiter steigend. Märkte ignorieren das—mit Ausnahme Japans. Der Kipppunkt existiert, bleibt aber nicht prognostizierbar.
Taiwan
Achillesferse von KI (Chips) und Weltpolitik. Xi will Taiwan – Despoten sollte man bei Wort nehmen.
Unsicherheit
Bleibt hoch. Sie ist Gift für Investitionen.
Verträge – Bilaterale
Unsere Analysen zeigen klar: Die Planungssicherheit aus stabilen Beziehungen mit dem wichtigsten Handelspartner ist ökonomisch wertvoll. Trumps Telefon- und Geschenkdiplomatie verdeutlicht zugleich, dass verlässliche, regelbasierte Alternativen zur Streitbeilegung notwendig sind.
Wechselkurs
Der CHF bleibt stark. Sicherer Hafen in einem Meer aus Schulden. Tiefe Inflation begrenzt reale Verluste trotz niedriger Verzinsung
Xi
Xi Jinping bleibt Präsident von China. Als Ideologe ist er bereit, wirtschaftlichen Schmerz zugunsten übergeordneter Ziele zu akzeptieren. Zum Glück nicht unbegrenzt. Die Welt wird aber klar noch Bi-Polarer.
Year, happy.
Das wünsche ich allen. Nicht vergessen: BAK-Abonnenten profitieren auch im neuen Jahr monatlich von Konjunktur-Update und Webinar. Blog-Abonnenten erhalten eine E-Mail, sobald ein neuer Blog online ist.
Zölle
Zickzack bleibt – und damit die Unsicherheit. Ebenso ein «Basiszoll» von rund 15 %. Erstere sind Trumps «Trumpfkarten». Letzterer ist ökonomisch nichts anderes als eine Steuer. Und Steuern bleiben auch bei einem Regierungswechsel.
